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Malteser Düsseldorf

Turiner Grabtuch-Ausstellung der Malteser jetzt in Düsseldorf

Rund 200.000 Besucher und Anfragen aus Argentinien und Russland

06.07.2018
Bis zum 12. August kann man die Turiner Grabtuchausstellung in der Basilika St. Margareta kostenfrei besichtigen
Am Eröffnungsabend wurden viele Gäste erwartet
Herzstück der Ausstellung: Die Kopie des Turiner Grabtuchs
Eines der Exponate: Dornenkrone (Foto: Wolf Lux)
Dr. Elmar Pankau wird sich die Ausstellung auch mit der Familie ansehen
Die Basilika füllte sich am Eröffnungsabend schnell
Thomas Körblein gefällt die Ausstellung ausgezeichnet
Pfarrer Msgr. Oliver Boss hielt den Eröffnungsgottesdienst zur Ausstellung
Heinz Wingender sieht im Tuch ein Hilfsmittel, um zum Glauben zu finden
Engelbert Tubes schätzt, dass nichts vorgegeben wird

Gerresheim. Seit knappen fünf Jahren existiert die Malteser-Ausstellung rund um eine originalgetreue Kopie des berühmten Turiner Grabtuchs und tourt seither recht erfolgreich durch die Lande. Unter dem Titel „Wer ist der Mann auf dem Tuch? – eine Spurensuche“ sollen die Menschen erreicht und ihnen gleichsam reichlich Stoff und Raum zum eigenen Nachdenken geboten werden. Vom 5. Juli bis zum 12. August ist die Ausstellung jetzt in der Gerresheimer Basilika St. Margareta zu sehen. Der Eintritt ist frei. Neben dem zentralen Thema, einem mehr als vier Meter langen und über einem Meter breiten Stück Leinenstoff, mit für diese Zeit charakteristischem Fischgrät-Muster, wird auch der nachgebildete Korpus eines Mannes gezeigt. Außerdem Exponate wie Dornenkrone, Geißel, Speerspitze, Münzen, Strick und 24 Stelen, auf denen sich sowohl wissenschaftliche Ausführungen zur Echtheit des Tuches befinden als auch entsprechende Querverweise zu dokumentierten Begebenheiten aus der heiligen Schrift.

 

Bisher lockte die Malteser-Ausstellung, die innerhalb Deutschlands und in Österreich unterwegs war, insgesamt schon rund 200.000 Besucher an. Fest steht auch bereits, dass die Exponate dupliziert und die Ausstellung durch Argentinien touren soll. Eine Anfrage aus Russland liegt ebenfalls vor. Jetzt gibt es jedoch zunächst einmal Gelegenheit, sich alles in Gerresheim anzusehen. Zur feierlichen Eröffnung im Rahmen einer von Pfarrer Msgr. Oliver Boss abgehaltenen Messe waren jede Menge Gäste gekommen. Darunter zahlreiche Malteser sowie Mitarbeiter und Mitglieder der Gastgeber-Pfarrgemeinde St. Margareta.

 Kuratorin Bettina von Trott zu Solz betonte noch einmal, dass die Menschen selbst ihre Schlüsse ziehen sollten. „Unser Auftrag ist es nicht zu sagen, das Turiner Grabtuch ist das Grabtuch Christi“. Vielmehr sei es Aufgabe, Fakten zu präsentieren, um sich so anzunähern. So gäbe es Menschen, die vorab sagen würden, „das stimmt ja alles nicht“, die sich jedoch im Nachhinein häufig bei ihr bedankten und beteuerten, dass die Ausstellung so spannend sei, dass sie nun noch einmal in der Bibel nachlesen wollten.

 

Stimmen zur Grabtuchausstellung am Abend der Eröffnung:

 

Reliquien neu erfahren

 

Dr. Elmar Pankau: „Man sollte die Ausstellung nicht verpassen, weil sie eine neue Gelegenheit bietet, sich mit Reliquien auseinanderzusetzten. Im Mittelalter wurden diese besonders verehrt ; sie waren ein Mittel, den Glauben im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar, anfassbar zu machen. Sicherlich hatte das damals auch negative Auswüchse, nicht zuletzt aufgrund wirtschaftlicher Interessen. Wir Menschen in der Neuzeit haben eine sehr viel distanzierte Einstellung zu Reliquien. Deren Unechtheit wird mitunter oft schon gar nicht mehr infrage gestellt. Trotzdem sind Reliquien über die Jahrhunderte ja auch Glaubenszeugnisse. Was mich besonders fasziniert, ist, dass heute technische Möglichkeiten existieren, die es früher nicht gab, wie beispielsweise die Karbonanalyse. Durch derartige technische Raffinessen der Neuzeit kommt dann bei einzelnen Reliquien doch die Frage auf, „Könnten sie vielleicht tatsächlich echt sein?“

 

Auch der Glaube steht im Mittelpunkt

 

Thomas Körblein: „Das Besondere an dieser Ausstellung für mich ist, dass es eine Wanderausstellung ist. Sie wandert durch mehrere Kirchen und zwischenzeitlich sogar durch Länder, das ist beeindruckend. Außerdem entspricht sie in gewisser Weise auch dem Motto der Malteser, nämlich, dass es nicht nur um das Helfen geht, sondern, dass auch der Glaube im Mittelpunkt steht. Das identifiziert uns letztendlich ja auch.“

 

Ins Gespräch kommen

 

 

Pfarrer Msgr. Oliver Boss: „Für mich ist das Besondere an dieser Ausstellung, dass es gelingt, den Kern unseres christlichen Glaubens, Tod und Auferstehung Jesu Christi, in diesem Tuch einer breiten Öffentlichkeit unaufdringlich vorzustellen. Dass man darüber ins Gespräch kommt und dass Menschen sich über ihren Glauben austauschen."

 

Gedanken darüber machen, was das Tuch aussagen soll

 

Heinz Wingender: "Das Besondere ist, dass man mit einem Tuch konfrontiert wird, das schon mehr als 1000 Jahre alt ist. Es wird zwar über die Echtheit dieses Tuchs gestritten, aber auf der anderen Seite, kann man sich wirklich darüber Gedanken machen, was dieses Tuch aussagen soll. Es ist mit Sicherheit ein Hilfsmittel zum Glauben zu finden.“

 

 

Niemand bekommt vorgegeben, „Das ist es!"

 

 

Engelbert Tubes: „Dass diese Ausstellung schon so lange läuft und derartig viele Besucher findet, ist für mich ebenso das Besondere, wie der Titel, „Wer ist der Mann auf dem Tuch“, mit dem Fragezeichen. Niemand bekommt vorgegeben, „das ist es“, sondern jeder muss sich die Meinung selbst bilden. Um das tun zu können, gibt es mit den Stelen und Ausstellungsstücken genügend Informationen.“

 

Die Ausstellung kann während der herkömmlichen Öffnungszeiten der Basilika (außerhalb der Mess-Zeiten) besichtigt werden. Informationen sowie Termine für Gruppenführungen mit Erläuterungen zur Ausstellung können im Pastoralbüro St. Margareta unter der Rufnummer 0211/289330 eingeholt werden. Der Eintritt ist kostenfrei.

 

 

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