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Malteser Düsseldorf

So wichtig ist die rechtzeitige Testamentsgestaltung

Info-Abend der Malteser im Maxhaus

26.03.2019
Der Vortrag rund um die Testamentsgestaltung alleinstehender Senioren war hoch informativ für die Besucher
Anneliese Grevels und Freund Jürgen Kiel sind auch ohne Trauschein glücklich. Das Paar interessierte sich für die Fallstricke bei der Testamentsgestaltung
Die Kölner Kolleginnen Dr. Karin Urselmann und Ina Plitt-Trümpler hatten den Info-Nachmittag perfekt vorbereitet
Die Veranstaltung war gut besucht
Dr. Karin Urselmann versorgte die Besucher mit Info-Materialien. RA Matthias Spratte stand auch für individuelle Fragen zur Verfügung
Worauf es ankommt, wurde gut veranschaulicht
Das Publikum hatte viele Fragen
Vieles wurde den Zuhören nun verdeutlicht

Düsseldorf. Was passiert, wenn man sich im Vorfeld nicht darum kümmert, hat Rechtsanwalt Matthias Spratte einem hoch interessierten, älteren Publikum jetzt bereits zum wiederholten Mal im Rahmen eines ausführlichen von den Maltesern veranstalteten Vortrags im Maxhaus erläutert. Die Rede ist vom Testament. Gerade für alleinstehende Senioren können sich viele Fallstricke rund um den Übergang des Vermögens nach dem Tod ergeben. Die erbrechtlichen Grundlagen zu verstehen, soweit es Vermögenswerte zu hinterlassen gibt, kann daher von grundlegender Bedeutung sein. Andernfalls könnten nach dem eigenen Ableben Dinge mit dem Hab und Gut geschehen, die man unter keinen Umständen vorgesehen hatte. Dies ist auch Anneliese Grevels (82) und dem mit eigenem Wohnsitz versehenen Lebensgefährten Jürgen Kiel (74) klar. Die sportlich aktive Düsseldorferin, die ihre späte große Liebe vor rund sechs Jahren beim Spaziergang in Kaiserswerth auf einer Parkbank kennengelernt hatte, war der Einladung der Düsseldorfer Gliederung zur interessanten Erbrechtsveranstaltung gerne gefolgt. „Wir sind mit der Erwartung hierhergekommen, vielleicht noch mal etwas Neues zu erfahren“, sagt sie. Obgleich die Mutter einer einzigen Tochter ihre Nachlassangelegenheiten schon längst geregelt hat, findet sie, dass dies nie schaden könne, auch, wenn man bereits ein Testament verfasst habe.

Im Gegensatz zu Lebensgefährten Jürgen liegt für die 82-Jährige auf der Hand, dass es zu keinen Änderungen kommen wird, während der gebürtige Norddeutsche schon ganz konkrete Fragen hinsichtlich Abweichungen von seinen bisherigen angedachten Regelungen hat. Aufgrund von Differenzen mit den zunächst Begünstigten hatte er sein bereits vor einiger Zeit aufgesetztes Testament wieder abgeholt und zerrissen. Jetzt macht sich der studierte Maschinenbauingenieur Gedanken über einen neuen “letzten Willen“.

Gestartet hatte Jurist Matthias Spratte seinen Erbrechtsvortrag nach der Begrüßung des Publikums durch Malteser-Düsseldorf-Geschäftsführer Sebastian Lohkemper so denn auch zunächst mit der grundlegenden Frage, was sich im Erbfall ereignet, wenn es kein wirksames Testament gibt. Dann nämlich greift zwangsläufig die sogenannte gesetzliche Erbfolge. Hierbei ist zunächst festzustellen, ob es erbberechtigte Personen gibt. Diese können nach BGB der überlebende Ehe- oder Lebenspartner (gemäß LPartG) sowie Abkömmlinge und Eltern bzw. deren Abkömmlinge (Erben zweiter Ordnung) sein.

 

Zu den Abkömmlingen erster Ordnung zählen sämtliche vom Erblasser abstammende Personen, wie Kinder, einschließlich der nichtehelichen oder adoptierten, ebenfalls Enkel und Urenkel etc., nicht jedoch Stief- oder Ziehkinder.

Inwieweit die Nachkommen zwangsläufig zu berücksichtigen sind, beschäftigte so manchen Zuhörer im Saal, welcher nicht das beste Verhältnis mit seinem Nachwuchs pflegt. Aus diesem Grunde war der Aspekt des “Pflichtteils“ ein solcher, zu dem zahlreiche Fragen gestellt wurden. Auch spezielle Situationen, denen sich mancher Zuhörer ausgesetzt sah, wurden dem Rechtsanwalt geschildert. Dieser beantwortete gerne auch individuelle Fragestellungen. Zusätzlich wurden Themen wie Verfügungen unter Lebenden, Erbvertrag, Schenkungen, zu beachtende Formalien bei eigenhändigen Testamenten sowie die notarielle Beurkundungspflicht erklärt.

Gerade dieser Punkt zeigte sich für Zuhörer Jürgen Kiel als besonders wichtig: „Genau deswegen interessiert mich die heutige Veranstaltung, da ich wissen möchte, wie ich es formuliere, wenn ich mein Testament neu ausstellen will“, sagt der 74-Jährige.

 

Auch für all diejenigen, die ihr Vermögen gemeinnützigen Organisationen vermachen möchten, erläuterte Rechtsanwalt Matthias Spratte mögliche Vorgehensweisen.

 

Nachdem der Nachlass von Alleinstehenden an den Staat fällt, sofern keine Angehörigen existieren und auch kein Testament verfügt wurde, sollte jeder einzelne, der dies nicht wünscht,  vorsorgen und für den Fall seines Ablebens frühzeitig rechtswirksame Regelungen treffen. Auch die Malteser als verlässlicher Partner für Menschen in Not können als Erbe eingesetzt werden. In diesem Fall kümmert sich die Hilfsorganisation dann um die Nachlassauflösung. Der Erlös kommt Menschen in Not zugute. Zudem wird die Bestattung organisiert. Informationen hierzu können unter der Rufnummer 0221-9822-2307 oder unter der Mailadresse dagmar.lumpp(at)malteser(dot)org eingeholt werden.

Für Seniorin Anneliese Grevels und Freund Jürgen Kiel jedenfalls war die Veranstaltung der Malteser äußerst informativ.

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