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Malteser Düsseldorf

So schön war es für Seniorin Christa Heesen in Kevelaer

Malteser begeben sich wieder mit rund 1000 Pilgern auf Wallfahrt an den Niederrhein

20.05.2019
Um Pilgerin Christa Heesen kümmert sich Catharina von Spee bei der Malteser-Kevelaer-Wallfahrt
Helmut Klein weiß, wie die Fahnen in die Basilika zu tragen sind
Auch Mitglieder des Ordens sind nach Kevelaer gekommen
In der Basilika war kein Platz mehr frei
Der Einzug in die Basilika gestaltet sich feierlich
Der Kardinal hält die Messe zum zweiten Mal ab
Rund 100 Pilger mit Rollstühlen konnten problemlos in der Kirche untergebracht werden
Die Messe beeindruckte die Pilger sehr
Zur Abschlussandacht fanden sich die Pilger im Forum Pax Christi ein
In Düsseldorf organisiert LAP Petra Odenweller (rechts) die Pilgerfahrt

Kevelaer. „Die Fahrt hierher war einfach toll“, schwärmt die 80-jährige Christa Heesen aus Düsseldorf. Gemeinsam mit rund 1000 Pilgern war die Seniorin, die seit sechs Jahren im Rollstuhl sitzt, an den Niederrhein gereist. Anlässlich der jährlich stattfindenden Malteser Wallfahrt nach Kevelaer konnten nämlich wieder vornehmlich ältere und gesundheitlich beeinträchtigte Menschen einen besonders schönen Tag mit gemeinsamem Gebet, leckerem Essen aus der Feldküche sowie einem Kulturprogramm zusammen genießen. Warum Christa Heesen die Anreise so besonders gut gefallen hatte, macht sie auch unmissverständlich deutlich. „Der Fahrer des Spezialfahrzeugs, in welchem Rollstuhlfahrer sicher und bequem reisen können, ist schön zügig gefahren und das ist ja meins“, strahlt die zierliche ältere Dame, der es an Schlagfertigkeit nicht mangelt. Geschwindigkeit ist nämlich durchaus ein Thema bei Heesen: In ihrem Seniorenwohnheim, wo die Düsseldorferin einen Elektrorollstuhl fährt, fällt sie nach eigenem Bekunden regelmäßig wegen zu schnellen Fahrens auf und wird immer wieder gerügt, weil sie auf dem Weg zum Frühstücksraum durchaus schon mal eine Ecke mitnähme, lacht die Rolli-“Rennfahrerín“ mit Humor. Neulich sagte jemand scherzhaft zu mir: „Mädchen, schalt mal `nen Gang runter, die Polizei steht da vorne.“ Heute jedoch wird Heesen gemächlich geschoben und das von Malteser-Helferin Catharina von Spee. Die 33-Jährige setzt sich seit rund zehn Jahren ehrenamtlich für die Hilfsorganisation ein. So unterstützt sie regelmäßig beim Düsseldorfer Wohlfühlmorgen für Wohnungslose und Arme in der Altstadt, beteiligt sich an anderen Wallfahrten, wie beispielsweise jener nach Lourdes und kommt auch immer wieder gerne mit nach Kevelaer, um für ältere und beeinträchtigte Menschen da zu sein. „Das Erlebnis, die Gemeinschaft des Glaubens zusammen mit älteren oder Menschen mit Behinderung zu erleben, ist ein riesen Fest und eine unfassbare Freude, die man eigentlich nicht beschreiben, sondern nur fühlen kann, konstatiert die hilfsbereite junge Frau. Mit Christa Heesen war die 33-Jährige, die insgesamt zum sechsten Mal an der Kevelaer-Wallfahrt teilnimmt, schon einmal zusammen gefahren, hatte jedoch den Tag über eine andere Dame betreut. Heute ist Catharina jedoch ausschließlich für Frau Heesen im Einsatz. Die beiden hätten sich von Anfang an blendend verstanden, erzählt die alte Dame begeistert. Nach dem Aufeinandertreffen am Bushalteplatz in Kevelaer, wo unter anderem auch wieder Düsseldorfer Kollegen wie Silke Dürselen und Thomas-Peter Böttcher den Verkehr der vielen ankommenden Busse aus der ganzen Erzdiözese Köln regelten, habe man sich sogleich auf den Weg zum Gnadenbild „Trösterin der Betrübten“ gemacht, wo sämtliche Pilger von Pfarrer Polders herzlich Willkommen geheißen worden seien. Anschließend sei es zügig in die schöne Basilika gegangen, wo Christa Heesen Dank Catharina von Spee einen tollen Platz, ganz weit vorne in unmittelbarer Nähe des Altars ergattern konnte. Heute nämlich stand zum zweiten Mal eine Wallfahrtsmesse an, die von Kölns Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki abgehalten wurde. Den diesjährigen Leitgedanken der Wallfahrt, „Herr, wohin sollen wir gehen“, griff der Erzbischof so denn auch in der Messe auf. „Der Kardinal hat in seiner Predigt gefragt, wohin ein Kind gehe, wenn es traurig sei“, berichtet Christa Heesen noch immer ganz ergriffen. „Immer zur Mutter“, gibt sie die Antwort und fügt hinzu, „er hat gepredigt, dass die Mutter auch wirklich für uns eine Mutter ist, wohin wir immer mit allem Kummer und aller Freude gehen könnten“. Die Messe habe ihr insoweit unglaublich gut gefallen, sagt die 80-Jahrige.

 

Was Christa Heesen durch den geschickten „Platz-Schachzug“ in den vorderen Reihen aufgrund frühzeitigen Erscheinens in der schönen Basilika jedoch leider verpasst haben dürfte, war wohl der imposante Einzug des Kardinals und seines Gefolges in die Kirche. Traditionsgemäß laufen seine Eminenz und die Gefolgschaft hinter den Fahnenträgern der Malteser in einem Bogen über den Kirchplatz, so dass auch alle außenstehenden Pilger einen Blick auf das schöne Bild erhaschen können, feierlich in die Basilika ein. Die schwingenden roten Fahnen, die von ausgewählten Maltesern in Zweierreihen getragen werden, der Duft von Weihrauch und der Anblick des Erzbischofs, der sich stets nahbar gegenüber den Menschen zeigt, beeindruckt viele. Was jedoch nicht jeder wissen dürfte: Die Art und Weise, wie jene Malteser-Fahnen zu tragen sind, läuft nach einem Protokoll ab: Helmut Klein (79) aus Hennef kennt die Feinheiten. „Wir machen das schon seit langen Jahren und haben uns darauf geeinigt, dass wir uns im Nebenbereich der Basilika treffen. Jene Kollegen, die auf der rechten Seite gehen, tragen die Fahne auch rechts auf der Schulter, solche, welche auf der linken Seite laufen, tragen sie entsprechend auf der linken Schulter“, weiß der langjährige Malteser. Bevor die Fahnenträger dann jedoch die Kirche beträten, würden die Flaggen nach vorne genommen und man trüge sie in Übereinstimmung wieder rechts gehend auf der rechten und links gehend entsprechend auf der linken Seite in die Basilika.  Auf die Frage, woher dieses, seit langem praktizierte Protokoll rühre, antwortet Helmut Klein lachend, „Das habe ich mir ausgedacht.“ In Hennef zeichnet der 79-Jährige mit ausgesprochen jugendlicher Ausstrahlung, der schon seit 1961 für die Hilfsorganisation im Einsatz ist, nicht nur für Kevelaer-Wallfahrt und Blutspende-Termine verantwortlich, sondern betreut darüber hinaus auch noch den Telefonbesuchsdienst. Von 1968 bis 2000 war Helmut Klein, der auch in  Erster Hilfe ausgebildet hat, bereits als Fernmelde-Zugführer im Katastrophenschutz tätig gewesen und kennt die Organisation daher bestens. Dass man sich in Kevelaer in puncto Fahnen-Träger-Protokoll voll und ganz auf ihn verlassen kann, freut die Kollegen, welche die ehrenvolle Aufgabe für ihre Gliederung übernehmen, ganz besonders.

Nach der eindrucksvollen Messe steht auch schon das Mittagessen aus der Feldküche der Malteser an. Über 1000 Mahlzeiten haben die Feldköche aus den Gliederungen Neuss, Meckenheim und Langenfeld zubereitet. Geschnetzeltes, Spätzle und Rotkohl lassen sich die Pilger sodann wieder im Forum Pax Christi munden und sind durchweg begeistert vom leckeren Essen. Um die Abläufe zu beschleunigen, bringen die Helfer den Älteren und gesundheitlich Beeinträchtigten gerne deren Teller an die Plätze und anschließend auch wieder zurück. Zu schwierig würde es sich doch gestalten, mit Rollstuhl oder Rollator versehen, noch ein Tablett transportieren zu müssen. Nach der Speisung, welche für zahlreiche Neu-Feldköche aus Neuss, die gerade ihren Feldkochlehrgang zu Ende gebracht hatten, auch so etwas wie eine erfolgreiche Feuertaufe darstellte, stand den Pilgern ein Programm, bestehend aus Gebet und Kultur, zur Wahl. Viele nahmen dies wahr, sahen sich die Kerzenkapelle an oder verweilten bei herrlichem Frühlingswetter auch einfach nur ein wenig im schönen Städtchen Kevelaer. Bei einem Kaffee oder leckerem Eis ließ sich die Zeit an der frischen Luft für so manchen genießen.

Auch für Frau Heesen ist nach der mittäglichen Stärkung schon klar: „Ich schaue mich in Kevelaer ein bisschen um, aber ich freue mich auch schon auf die noch anstehende Andacht.“ Kurz bevor diese am Nachmittag beginnt, strömen die Massen wenige Stunden später auch schon wieder zielgerichtet in das Forum Pax Christi, um einen guten Platz zu ergattern. Hier nämlich findet jetzt die Abschlussveranstaltung des schönen Tages in Kevelaer statt. Noch einmal wird hier gemeinschaftlich gebetet, gesungen und zugehört. Ein Chor bildet den angemessenen Rahmen, um das Ereignis für die vielen Hundert Menschen, die oftmals nur wenig Gelegenheit haben, die eigenen vier Wände zu verlassen oder nicht allzu viel Ansprache genießen können, erneut das Gefühl von Gemeinschaft und zusammen gelebten Glauben spüren zu können. Für Christa Heesen ist genau das der zentrale Grund dafür, warum sie so gerne mit den Maltesern nach Kevelaer reist: „Die Atmosphäre ist einfach immer wieder wunderschön. Man fühlt sich in diesem großen Kreis aufgenommen.“ Gemeinsam mit vier weiteren Bewohnern ihrer Seniorenresidenz, mit denen sie fast schon ähnlich einem WG-Ausflug, wie einer der Mitreisenden gescherzt hatte, gekommen war, reist die fröhliche ältere Dame nun wieder mit den Maltesern zurück nach Düsseldorf. Der Tag mit ihrer Kevelaer-Betreuerin Catharina von Spee am Niederrhein wird der 80-Jährigen bestimmt in bester Erinnerung bleiben. Und so freut sich die liebenswürdige Seniorin gewiss schon jetzt auf die nächste Wallfahrt mit den Maltesern im kommenden Jahr.

 

 

(Foto Nr.4; Nr.7; Nr. 8    S. Sehr)

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