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Malteser Düsseldorf

Pilgerzug nach Lourdes macht Zwischenstopp in Düsseldorf

Auch mit 88 Jahren begibt sich Frau Buggert noch gerne auf Malteser-Wallfahrt

06.06.2019
Eva Maria Buggert ist voller Vorfreude auf Lourdes
Mit über zwei Stunden Verspätung fährt der Zug endlich ein
EH-Ausbildungsleiter Michael Görlich bringt Frau Buggert zum Zug
Der Umfang des Gepäcks ist überschaubar
Sämtliche in Düsseldorf zusteigende Pilger freuen sich auf die Reise
Michael Görlich hilft der 88-Jährigen gerne in den Zug

Das lange Warten auf dem zugigen Düsseldorfer Hauptbahnhof hat sich gelohnt. Zwar dauert es rund zwei Stunden länger als angenommen, doch dann fährt der sehnlichst erwartete Sonderzug mit knapp über 120-minütiger Verspätung endlich auf Gleis 16 ein. Vom 06.06. bis zum 13.06.2019 bietet die Diözese Köln in Kooperation mit dem Deutschen Lourdesverein wieder etwas ganz Besonderes an: Die Pilgerreise nach Lourdes. Die französische Stadt in der Region Okzitanien, nahe der spanischen Grenze, zählt zu den meistbesuchten Wallfahrtsorten der Welt. Die Malteser laden insbesondere Kranke und Menschen mit Behinderung dazu ein, gemeinsam in die Pilgerstadt zu reisen, um zusammen zu beten, sowie Trost, Stärkung des Glaubens oder Heilung von Körper und Seele zu finden. Heute haben sich rund 160 Menschen in der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt eingefunden, um in den Sonderzug, der bereits an Bahnhöfen in Diepholz, Münster und Köln Zwischenstopp gemacht hat, einzusteigen. Unter den zahlreichen reisewilligen Pilgern ist neben zwei Düsseldorfern auch Eva Maria Buggert (88) aus Wuppertal hierhergekommen. Die Rentnerin war vom Erste-Hilfe-Ausbildungsleiter der Malteser Düsseldorf, Michael Görlich, von Elberfeld zum Hauptbahnhof gebracht worden. Schon zum dritten Mal reist die gläubige alte Dame mit. Die lange Fahrt mit dem Zug, welche 24 h durchaus schon einmal überschreiten kann, schreckt die Rentnerin dabei keineswegs ab: „Es ist immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis“, schwärmt die gebürtige Düsseldorferin, die schon in Österreich gelebt hat und für welche der Glaube sehr wichtig ist. Auch die Tatsache, dass Eva Maria Buggert ansonsten nicht allzu viel herumkomme, spiele eine Rolle bei der Aktion. Gerade dies stellt neben dem besonderen Bezug zur Religiosität wohl auch für viele andere gesundheitlich stark beeinträchtigte Wallfahrer einen wichtigen Grund dafür dar, sich mit den Maltesern auf Pilgerschaft zu begeben. Wann sonst bietet sich schon regelmäßig die Gelegenheit dazu, in der besonderen Gemeinschaft zu reisen und gemeinschaftlich tief Bewegendes zu erleben? In Lourdes erwarten die Pilger nämlich nicht nur Gottesdienste an der Grotte der Erscheinung. (Anm. d. Red.: Die französische Ordensschwester, Bernadette Soubirous, soll im Jahre 1858 nahe der Grotte Massabielle - Massevieille, „alter Fels“ - mehrfach Erscheinungen einer weiß gekleideten Frau gehabt haben. Später offenbarte sich nach ihren Worten die Erscheinung als „die unbefleckte Empfängnis“, was der Pfarrer und die kirchliche Untersuchungskommission als Bestätigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Marias, der Mutter Jesu, deuteten). Auch große Prozessionen und Gelegenheit zum Bad im Wasser der Quelle sollen zum kraftspendenden Erlebnis werden. Bevor es jedoch so weit ist, liegt die lange Zugfahrt noch vor den Pilgern. Das Besondere: Im Sonderzug, welcher mit Liegewagen ausgestattet ist, kann man auch tagsüber ganz oder zeitweise liegen. Für Essen und Trinken unterwegs ist gesorgt. Während der Reise bietet sich jede Menge Gelegenheit dazu, mit anderen Pilgern ins Gespräch zu kommen und auf diese Weise neue Kontakte zu schließen. Nach einer malerischen Fahrt durch Frankreich erreicht man schließlich Lourdes am Fuß der Pyrenäen. Untergebracht werden die Wallfahrer sodann in sogenannten Acceuils. Dabei handelt es sich um Häuser, die ohne Hotel oder Krankenhaus zu sein, an den besonderen Bedürfnissen von kranken und behinderten Pilgern ausgerichtet sind und die fachgerechte Pflege und Betreuung ermöglichen. „Ehrenamtliche holen uns am Bahnhof ab und bringen uns zu unseren Schlafstätten“, weiß Eva Maria Buggert aufgrund ihrer Erfahrung der letzten Jahre noch ganz genau. Schon während der Anreise unterstützen zahlreiche Schüler des St.- Bernhard Gymnasiums in Willich-Schiefbahn (staatlich genehmigte Privatschule in der Trägerschaft der Malteserwerke) die Pilgerfahrt. Auch das Mitwirken dieser jungen Menschen bereichert das Erlebnis rund um die Wallfahrt. Voller Vorfreude begibt sich Pilgerin Buggert mithilfe von Michael Görlich in den Zug, als dieser nach langem Warten endlich eintrudelt. Die 88-Jährige kann die Abfahrt kaum noch erwarten. „In Lourdes zu sein, fühlt sich für mich immer ein wenig an, wie im Vorzimmer des Himmels zu sein“, sagt sie. Schließlich könne man sämtlichen Ballast, den man mit sich herumtrage, schlichtweg dort abladen. Nachdem auch die anderen Pilger eingestiegen sind, nimmt der Sonderzug seine Fahrt auf und viele überglückliche Pilger kommen in einigen Stunden ans langersehnte Ziel.
 

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