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Malteser Düsseldorf

„Wenn einem bei der Abfragerunde am Ende klar wird, dass die Leute es wirklich verstanden haben, ist das ein super Gefühl“

Berufs- und Lebenserfahrung sammeln, Wartesemester angerechnet bekommen, Sinnvolles tun, Geld verdienen und `nen Dienstwagen: Ana Alamo (19) liebt ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei den Maltesern Düsseldorf

26.06.2019
Die Erste-Hilfe-Masken sind wichtiger Bestandteil im Kurs
FSJ-lerin Ana Alamo kennt sich mit allen benötigten Utensilien bestens aus
Ihr FSJ bei den Maltesern gefällt Ana ausgezeichnet
Ana Alamo wünscht sich, dass sich möglichst viele Menschen für einen Freiwilligendienst bei den Maltesern entscheiden, da Zivildienstleistende fehlen und viele soziale Aufgaben dringend aufgefangen werden müssen

Friedrichstadt. Wenngleich sie auch kein weiblicher Hüne, sondern eher von zierlicher Gestalt ist, hat Ana Alamo ihre Kursteilnehmer immerzu bestens im Griff. Die 19-jährige FSJ-lerin engagiert sich schon seit September 2018 als Erste-Hilfe-Ausbilderin bei den Maltesern Düsseldorf. Etwas Besseres hätte der charmanten jungen Frau nach eigenen Angaben wohl kaum passieren können. „In Zeiten von G8 kann man es sich doch wirklich leisten, noch ein Jahr dranzuhängen“, ist sich die Freiwilligendienstleistende sicher. Für Ana hat das FSJ einzig Vorzüge, die sie um keinen Preis missen möchte. „Ich habe hier schon so viel gelernt und mit 19 einen Dienstwagen zu fahren, hat etwas“, lacht die Erste-Hilfe-Dozentin.

Nach dem Abitur ist sich die Schulabsolventin zunächst noch nicht sicher, ob sie später lieber ein Medizin- oder Lehramtsstudium aufnehmen soll. „Für beides habe ich mich seit langem interessiert“, erinnert sich Ana noch genau. Die vorläufige Lösung für den inneren Zwiespalt findet sich jedoch recht schnell: Im Internet entdeckt sie, dass man bei den Maltesern auch ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich der Ersten Hilfe absolvieren kann. Die perfekte Möglichkeit, erstes medizinisches Wissen zu erlangen und gleichzeitig vor Gruppen zu lehren. Sofort recherchiert Ana weiter, an welchen Standorten dies möglich ist und stößt als Erstes auf Düsseldorf. Um keine Zeit zu verlieren, wird die junge Frau sogleich in der Malteser-Dienststelle am Fürstenwall vorstellig und zeigt sich schnell begeistert: „Die Leute waren einfach super herzlich. Herr Undorf als kaufmännischer Leiter und Herr Görlich als Erste-Hilfe-Ausbildungsleiter sind ja beide super nett und da habe ich mir gedacht, das ist schön, das möchte ich machen.“

 

Bevor es jedoch mit den Theorieschulungen losgeht, zeigt die motivierte Ana bereits jede Menge Eigeninitiative und schließt sich den Profi- Erste-Hilfe-Ausbildern Carmen von Amelen und Yves Kramer an. Grund: In deren Kursen kann die angehende neue Erste-Hilfe-Fachfrau schon mal ein wenig Live-Atmosphären-Luft schnuppern und von erfahrenen Kollegen lernen.

 

Als es dann offiziell losgeht, startet Anas FSJ-Karriere zunächst mit Schulungsblocks im Rahmen verschiedener Seminare. An ihren ersten Tag im FSJ erinnert sich die 19-Jährige noch ganz genau: „Auf einem Seminar in Bonn hatte ich meine erste, ziemlich spannende, medizinische Fachausbildung“, erzählt sie. Das Tolle: Sie habe dort auch jede Menge neue Leute kennengelernt, die alle das Gleiche machen wollten.

 

So habe der komplette Kurs zunächst nicht nur Interessantes über die weit zurückreichende Geschichte des Malteserordens sowie über die zahlreichen Betätigungsfelder der Hilfsorganisation erfahren. Auch in den medizinischen Bereich, den man als künftiger EH-Dozent benötige, sei auf ungleich interessante Art und Weise eingeführt worden. „Im Rahmen der Blöcke gibt es auch schon mal so etwas wie eine Abschlussprüfung und zwar dergestalt, dass eine begleitete Durchführung von Themen erfolgt.“

 

Auch müsse man schon mal zwei Unterrichtseinheiten halten, bevor man mit dem nächsten Block weitermachen könne, erzählt die hübsche junge Frau. „Dafür bekommt man ein Feedback, aber keine Noten.“

 

Nach der medizinischen Fachausbildung, die in den drei Blöcken A, B und C erfolge, sei es dann mit den sogenannten Ausbilderblöcken weitergegangen. „Dort lernt man, wie man etwas präsentiert, welche Methoden es gibt, um etwas gut zu vermitteln und wann Frontalunterricht angebracht ist“, schildert die begeisterte FSJ-lerin mit deutsch-spanischen Wurzeln.

Auf die Frage, ob man besonders extrovertiert und eloquent sein müsse, um den Job zu machen, antwortet die kompetente Erste-Hilfe-Ausbilderin: „Ich habe auch jemanden in den Seminar-Kursen kennengelernt, der mir gesagt hat, dass er sehr schüchtern sei und all dies deshalb mache, um ein bisschen aus sich herauszukommen.“  „So kann man es natürlich auch machen“, konstatiert die 19-Jährige überzeugt.

 

Das Gefühl, irgendwann zum ersten Mal ganz allein einen Erste-Hilfe-Kurs abzuhalten, sei außerdem ein gutes, weiß Ana: „Es war sehr entspannt, man wird auch gut vorbereitet. Zwischen meinen Seminaren bin ich immer mal wieder mit den Kollegen Carmen und Yves mitgegangen und habe da auch schon kurze Teile übernommen“, erinnert sie sich. Nervosität? Fehlanzeige!  Darüber, was ihr im Rahmen des FSJs am meisten Freude bereitet, ist sich die junge Frau aus Rommerskirchen auch völlig im Klaren:

 

„Kurse zu geben, macht wirklich Spaß. Wenn einem bei der Abschlussfragerunde am Ende noch mal klar wird, dass die Leute es wirklich verstanden haben, und dass sie jetzt wissen, was sie im Ernstfall tun müssen, dann ist das ein super Gefühl“, strahlt Ana.  

Auch die Abwechslung kommt augenscheinlich keineswegs zu kurz. Als Erste-Hilfe-Ausbilder hält man nämlich Kurse vor den unterschiedlichsten Personengruppen ab: „Wir gehen ja auch an Schulen“, erzählt Ana. „Hier in Düsseldorf bekommt jede neunte Klasse einen EH-Kurs. Das macht wirklich Spaß und ist eine Abwechslung. Schüler wollen vieles bei ihren Fragen konkreter wissen, als Erwachsene.“

 

Auf die Frage, wie man sich verhält, wenn in den Kursen einmal etwas Unvorhergesehenes passiert, antwortet die schlagfertige FSJ-lerin: „Es kann durchaus vorkommen, dass man mal improvisieren muss. Einmal sind nur vier Teilnehmer aufgetaucht“, erinnert sie sich. Dies mache einen Kurs zwar nicht unmöglich, aber etwas herausfordernder, denn dann müssten diese vier Leute die ganze Zeit über viel mehr mitarbeiten, mehr reden und seien somit natürlich mehr gefordert. „Dadurch könnten sie schneller ermüden“, sagt Ana und fügt hinzu, „ich hatte aber auch schon mal nur drei Leute und wir haben das Ding gerockt.“

 

Wenn sie auf die Frage eines Kursteilnehmers einmal keine Antwort weiß, geht Ana Alamo so vor: „Es gibt schon mal die eine oder andere Frage, auf die man keine Antwort weiß, weil es manchmal auch gar nichts mehr mit der Ersten Hilfe zu tun hat, sondern viel zu weit in die medizinische Materie geht. Dann muss man eben auch dastehen und sagen können, „Tut mir leid, das geht über meinen Kenntnisstand hinaus“. Man kann aber auch jeder Zeit in der Dienststelle anrufen und nachfragen. Mein Chef, Herr Görlich, steht immer für Fragen zur Verfügung. Ansonsten habe ich auch Materialien an die Hand bekommen, in die ich immer mal wieder hineinsehen kann. Wenn ich also mal eine Antwort nicht kenne, sage ich offen, dass ich es nicht weiß, dass ich jedoch die Zeit während der Pause nutzen könne, um es herauszufinden.“

 

Warum Menschen Freiwilligendienste bei Hilfsorganisationen wie den Maltesern absolvieren sollten, findet Ana aus diesem Grund besonders wichtig: „Es gibt keine Zivis mehr. Das ist mir vorher gar nicht so klar gewesen. Weil sie nicht mehr da sind, fehlen allenthalben Leute. Diese werden aber dringend gebraucht. Ersthelfer sind wahnsinnig wichtig, denn sie setzen die Rettungskette in Gang. Daher muss jemand da sein, der sie ausbildet. Es gibt aber auch Mangel im Rettungsdienst und das geht überhaupt nicht, wie ich finde. Wenn ich mir überlege, ich brauche mal Hilfe und es kommt niemand, weil keiner da ist, fände ich das absolut grauenvoll und deshalb brauchen wir viele Freiwillige, die den Job übernehmen.“

 

Für Ana daher schon jetzt ganz klar: Auch nach Beendigung ihres Freiwilligen Sozialen Jahres bei den Maltesern, Ende August, bleibt sie der Hilfsorganisation treu.

„Ich werde als studentische Aushilfskraft den Maltesern auf alle Fälle erhalten bleiben. Es macht nämlich Spaß und ist besser als zu kellnern.“

Schon jetzt möchte ich mich freiwillig sogar noch zusätzlich bei den Maltesern engagieren und würde daher gerne noch einen Sanitäter oder einen Rettungshelfer machen. Ich bin gerade dabei, mich zu informieren, wie sich dies am besten realisieren ließe.

 

Erst kürzlich hat die engagierte Ana unter den wachsamen Augen von Malteser-Sanitätsdienste-Leiter Norman Dittrich auch bereits erste Erfahrungen beim Jugendtag der neuapostolischen Kirche mit rund 30.000 zu betreuenden Besuchern sammeln können. Gemeinsam mit ihren Bufdi-(Bundesfreiwilligendienstleistende)-Kollegen wird Ana auch in Kürze schon wieder auf einem Sanitätsdienst dabei sein. Hierauf freut sie sich schon jetzt ganz besonders. Außerdem ist ihr in der Zeit bei den Maltesern auch noch etwas klar geworden: Wenn es im Herbst nun Richtung Studium geht, soll es Lehramt werden.

 

Seit 2011 ersetzt der Bundesfreiwilligendienst (BFD) den Zivildienst. Er dauert in der Regel ein Jahr und kann auf 18 Monate erhöht werden. Ab 18 Jahren können sich Frauen und Männer hier engagieren, eine Altersgrenze nach oben existiert nicht. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) hingegen steht jungen Männern und Frauen von 18 bis 26 Jahren offen. Für den Dienst in Düsseldorf ist ein Führerschein zwingend notwendig. Während der Tätigkeit wird ein monatliches Taschengeld gezahlt, die Freiwilligen werden versichert und haben einen Urlaubsanspruch von 26 Tagen. Eltern von Freiwilligendienstleistenden haben gegebenenfalls sogar weiterhin Anspruch auf Kindergeld. In dieser Zeit kann man sich nicht nur sozial engagieren, beide Dienstformate (BFD und FSJ) sind als Bildungsjahr konzipiert und können als Wartesemester angerechnet werden.

 

In der Düsseldorfer Gliederung können Interessentinnen und Interessenten wählen zwischen den Bereichen: Einsatzdienste/Sanitätsdienste; Erste Hilfe; Hausnotruf und Krankentransport.

Grundsätzlich ist der Beginn des Freiwilligendienstes bei den Maltesern in jedem Monat möglich. Voraussetzung ist jedoch, dass gerade Stellen frei sind. Für einen Start ab dem ersten August oder September 2019 gibt es bei den Maltesern Düsseldorf noch freie Plätze. Interessenten können ihre Anfrage oder Bewerbung direkt an die Dienststelle ihrer Wahl richten. Alle Adressen sowie eine Stellenbörse unter:

www.malteser-freiwilligendienste.de 

 

 

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