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Malteser Düsseldorf

„Manchmal ist das Gespräch noch wichtiger als die Kleidung, die man ausgibt“

Ehemaligenverein des St. Ursula Gymnasiums unterstützt seit rund 15 Jahren den WFM

13.01.2020
Gabi Klages ist die zweite Vorsitzende des Vereins UR.SACHEN, der beim Wohlfühlmorgen regelmäßig für die Kleiderkammer verantwortlich zeichnet
In der Turnhalle werden jede Menge Textilien für die Bedürftigen bereitgehalten
Die Auswahl kann sich sehen lassen, die Qualität der Kleidungsstücke ist gut
Beate Plenkers-Schneider (links) engagiert sich gemeinsam mit Gabi Klages (Mitte) seit vielen Jahren im UR.SACHEN-Verein sowie in der Kleiderkammer beim Wohlfühlmorgen
Auch WFM-Koordinator Hans Tophofen freut sich über die schönen Kleiderspenden für die bedürftigen Besucher des WFMs

Altstadt. Der Wohlfühlmorgen (WFM) der Düsseldorfer Malteser ist seit Jahren eine Institution. Neben leckerem Frühstück, warmen Duschen und ärztlichen Untersuchungsmöglichkeiten können wohnungslose und arme Menschen sich hier auch jedes Mal kostenlos mit Textilien eindecken. Möglich macht dies der Ehemaligenverein des St. Ursula Gymnasiums, jener Schule, in welcher der Wellnesstag für Bedürftige auch fünf Mal jährlich stattfindet. Der aus ehemaligen Schülerinnen bestehende eingetragene Verein mit dem passenden Namen “UR.SACHEN“, kooperiert seit 2005 mit dem Malteser-Wohlfühlmorgen. Obgleich der Verein seit fast 40 Jahren existiert und davor sogar ein Vorgängerverein vorangegangen war, sei die Idee, die Schul-Turnhalle kurzerhand gemeinsam mit dem regelmäßig stattfindenden WFM zu nutzen, erst Anfang der 2000er aufgekommen, berichtet die zweite Vorsitzende des Vereins, Gabi Klages. Seither nämlich engagiert sich die ehemalige Gymnasiastin auch selbst für “UR.SACHEN e.V.“.

 

Ein fester Stamm von fünf Mitgliedern kümmert sich in Zusammenarbeit mit wechselnden Helfern, darunter immer wieder auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums, im Rahmen des Malteser-Wellnesstags in der Kleiderkammer um bedürftige Menschen. Diese brauchten derzeit vor allem Hosen, warme Jacken und Schuhe für Männer, erläutert Klages. „Unser größtes Anliegen ist, dass wir die Sachen bekommen, die am meisten benötigt werden, denn diese gehen auch immer weg“, weiß die ausgebildete Kinderkrankenschwester, welche im Gesundheitsamt tätig ist. Im Sortiment, das dank Unterstützung des Hausmeisters üblicherweise auf verschiedenen Wagen in der Schule gelagert werden kann, findet sich regelmäßig eine große Vielfalt an Textilien. „Wir haben unglaublich viele Spender“, strahlt Klages. „Es gibt einfach sehr viele Sachen. Man sieht das ja auch immer wieder an sich selbst“, erzählt die engagierte zweite Vereinsvorsitzende. Sie persönlich habe beispielsweise viele Freundinnen und mittlerweile wisse ihr ganzer Umkreis, was sie tue, und so werde sie zwischenzeitlich sogar schon von selbst angesprochen, wenn es darum gehe, ihrem Verein Kleidung zukommen zu lassen. Was den Bedarf an Sachen für Damen anbelange, so sei dieser geringer als jener für Herren, weiß das Vereinsmitglied. Woran dies jedoch liege, konnte noch nicht konkret ermittelt werden.

Entweder kämen nicht genauso viele Damen wie Herren in die Kleiderkammer oder brauchten nicht ebenso viele Kleidungsstücke, schließt Klages aus dem Umstand. Sogar über Kindersachen verfügt UR.SACHEN e.V.. Danach werde jedoch speziell gefragt. „Das erfahren wir eher im Umkreis, wenn jemand jemanden kennt und dann sammeln wir entsprechend und geben es ab“, erklärt Gabi Klages. Familien mit Kindern kämen eher nicht zum Wohlfühlmorgen. „Wir hatten zwar einmal eine Familie, die mit Kindern hierhergekommen ist“, erinnert sich die Kinderkrankenschwester, diese komme aber derzeit nicht mehr.

Über eigene Räumlichkeiten verfügt der Verein nicht. Kleider würden insoweit nur während des WFMs direkt an Menschen ausgegeben. „Wir schmeißen aber im Grunde nichts weg, außer dem, was schmutzig oder kaputt ist“, betont Klages. Kooperiert werde darüber hinaus mit dem Kaufhaus “Wertvoll“. „Die verkaufen es dann auch nochmal an Bedürftige für kleines Geld“, weiß die freiwillige Helferin.

 

Während des WFMs, welcher üblicherweise zwischen 8.30 und 13.00 Uhr in vollem Gange ist, haben nicht wohlhabende Gäste Gelegenheit, sich im Seiteneingangsbereich der schuleigenen Sporthalle am Tresen der “Kleiderkammer“ zu melden. In der Regel stehen hier bereits ab dem frühen Vormittag jede Menge Menschen während des WFMs Schlange, um kostenlos die besten Stücke zu ergattern.

„Oft stehen viele gleichzeitig am Tresen, um nach Sachen zu fragen. Wir versuchen dann, uns jeweils auf eine Person zu konzentrieren, indem man zunächst diese fragt, was sie braucht“, erklärt Gabi die Vorgehensweise. Ähnlich einer klassischen Verkäufertätigkeit würde das Kleiderkammerteam die Gäste jedoch dann auch individuell beraten. „Wir versuchen ein wenig das aufzugreifen, was die Leute wollen, fragen nach dem Farbwunsch, zeigen ihnen eine Auswahl, gucken, welche Größe passt und wenn etwas nicht passt, schlagen wir vor, ob nicht vielleicht auch etwas anderes ginge“, erzählt die ehemalige St. Ursula-Schülerin.

Einige Damen und Herren ließen sich auch komplett ausstatten und fragten dann, was die Ehrenamtlichen denn empfehlen würden, was jedes Mal großen Spaß bereite.

Menschen, die kämen, so Klages, seien jedoch immer wieder sehr unterschiedlich. Manche Gäste seien sehr schüchtern und würden nichts sagen, obgleich Bedürftigkeit vorliege. In solchen Fällen kämen die Mitarbeiter aber durchaus auch schon mal auf sie zu und fragten aktiv, ob etwas benötigt werde. Demgegenüber gebe es jedoch auch solche Charaktere, welche sich sehr fordernd zeigten.

„Wir kennen unsere Pappenheimer“, schmunzelt Gabi Klages. Man müsse ein wenig aufpassen, zumal die ersten, die kämen, häufig mit ganzen Zetteln erschienen, auf welchen stehe, was sie alles benötigten. „Das  können wir nicht machen, denn kurz vor Schluss kommen die, die keine Schuhe haben, die keine Unterhose haben und die wirklich die Sachen, die sie beim letzten Mal hier genommen haben, am Leib tragen, diese die ganze Zeit angehabt haben und jetzt hier neue Sachen benötigen“, weiß Klages ganz genau.

 

Neben der klassischen Tätigkeit im Rahmen der Kleiderkammer liegt der zweiten UR.SACHEN e.V.-Vorsitzenden jedoch auch noch etwas anderes beim Malteser-Wohlfühlmorgen am Herzen:

„Ich habe ein paar Leute, mit denen unterhalte ich mich dann auch draußen“, schildert Klages. Von den persönlichen Lebensumständen und Problemen habe sie durch jene Menschen, die sich ihr anvertrauten, dann auch durchaus ganz konkrete Kenntnis. „Ich weiß dann auch, was der eine oder andere beispielsweise gerade für einen Mist in seinem Beruf hat, wie er ausgebeutet wird oder wo er schläft. Manchmal ist das Gespräch noch wichtiger, als die Sachen, die man ausgibt.“ Soweit genügend Kolleginnen und Helfer in der Kleiderkammer im Einsatz sind, setzt sich Gabi Klages dann auch schon mal gerne auf eine Tasse Kaffee mit den Menschen an einen Tisch, sobald sie merkt, dass jemand das Bedürfnis hat, einfach mal ein ganz normales Gespräch mit ihr zu führen und sich womöglich den einen oder anderen Kummer von der Seele zu reden. Wenn am 29.02. der nächste Wohlfühlmorgen der Malteser im St. Ursula Gymnasium stattfindet, öffnet das engagierte Kleiderkammerteam in jedem Fall wieder mit großer Freude seine Türen.

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