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Malteser Düsseldorf

Bundesfreiwilligendienst über 27

Bufdi Ü27 oder: Wie Harald Krings zu den Maltesern kam

24.01.2020
Harald Krings (58) genießt seinen Bundesfreiwilligendienst über 27 im Bereich Hausnotruf bei den Maltesern Düsseldorf
Im Bereich der Telekommunikation hat der frühere Telekom-Mitarbeiter jede Menge Know How und kann den HNR-Kunden alles verständlich erklären
Die richtigen Buchsen erkennt Harald in Windeseile
Die langjährige HNR-Mitarbeiterin Marion Skorik hat Harald in den ersten Wochen eingearbeitet
Die kompetente Kollegin kennt sich im Bereich Hausnotruf bestens aus

Düsseldorf. Auf der Fahrt von Friedrichstadt nach Oberkassel im Hausnotruf-Dienstwagen ist er bester Stimmung. Die Tätigkeit, welcher er nunmehr seit neun Monaten nachgeht, macht ihm nämlich großen Spaß. Die Rede ist von Harald Krings (58). Der ausgebildete Fernmeldehandwerker und verbeamtete frühere Telekom-Mitarbeiter hatte sich vor einem Dreivierteljahr für einen “Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) über 27“ bei den Maltesern beworben. Grund: Seit rund fünf Jahren bieten die Postnachfolgeunternehmen die Möglichkeit, einen sogenannten “Engagierten Ruhestand“ (ER) zu beantragen. Hierdurch können Beamte der Post, Postbank oder der Telekom abschlagsfrei früher aufhören zu arbeiten. Voraussetzung: Sie müssen entweder 1000 Ehrenamtsstunden nachweisen bzw. einen einjährigen Bundesfreiwilligendienst absolvieren. „Ich habe mich schon seit langem mit dem Modell beschäftigt und überlegt, was ich im Bereich eines Bundefreiwilligendienstes machen könnte“, erzählt Harald Krings. In jedem Fall sollte es etwas Soziales sein, erinnert sich der 58-Jährige. Zunächst habe er noch überlegt, auf seiner Lieblingsinsel, Kreta, Schildkröten zu retten. Dann habe er sich auch gut vorstellen können, etwas im Bereich der Integration von Flüchtlingen zu machen. „Meine Tochter, die derzeit Grundschullehramt studiert, riet mir jedoch davon ab, zumal gerade die Arbeit mit zum Teil schwer traumatisierten Kindern extrem schwierig sein kann.“

 

Irgendwann habe er sich jedoch im Internet auf der Bundesfreiwilligendienst-Seite orientiert und sich im Hinblick auf sein Technik- Know-How im Bereich der Telekommunikation für den Hausnotruf entschieden. Immerhin kann der gebürtige Mönchengladbacher, den es nach der Ausbildung nach Krefeld verschlagen hatte, acht Jahre im Außen-Kundendienst der Telekom, in dem er private Anschlüsse entstörte und später öffentliche Sprechstellen (Telefonzellen) reparierte sowie vier Jahre im Personalmanagement und 17 Jahre lang Kundenbetreuung der Zentrale nachweisen. „Im direkten Kontakt mit Kunden zu arbeiten, war für mich schon immer interessant“, erzählt Krings

 

Die Frage, bei welcher Organisation er denn nun seinen Bufdi absolvieren könne, beantwortete sich der Wahl-Jüchener dann auch recht schnell: „Als Beamter halte ich ja immer viel von Sicherheit und bei einer Einführungsveranstaltung rund um den Bundesfreiwilligendienst zeigte sich, dass die Malteser tatsächlich den sichersten anbieten“, strahlt Harald Krings. Die Hilfsorganisation böte nämlich in jedem Monat die Möglichkeit, seinen Dienst zu beginnen, während man bei manch anderen Anbietern nur einmal jährlich zu einem festen Zeitpunkt, wie beispielsweise im September, anfangen könne. Auch fühle er sich beim Malteser Hilfsdienst, der sogar ein eigenes Freiwilligen-Referat führe, besonders gut aufgehoben. „Ich werde hier bestens betreut und habe einfach das Gefühl, dass nichts schiefgehen kann und ich im Anschluss an meinen Freiwilligendienst auch eine qualifizierte Bescheinigung erhalte. Diese kann ich sodann beim Bundesamt für Post und Telekommunikation einreichen. Das stellt schließlich die Bedingung für meinen früheren Pensionseintritt ohne Abzüge dar“, sagt Harald Krings.

 

Nach einem Malteser Ersthelfer-Kurs in seinem Wohnort Jüchen sei Dank der gut organisierten Kommunikation innerhalb der Hilfsorganisation dann alles recht schnell gegangen: „Während der Schulung fragte ich, wo ich mich konkret für den Hausnotruf (HNR) bewerben könne und erhielt sogleich die Rufnummer des Düsseldorfer Erste-Hilfe-Ausbildungsleiters, Michael Görlich, ausgehändigt. Dieser vermittelte mir unverzüglich einen Kontakt zum HNR-Diensteleiter Thomas Nesmeyan.

 

„Zum ersten Mal habe ich dann nach langer Zeit einmal wieder eine Bewerbungsmappe erstellt und eingereicht“, schmunzelt Krings. Kurzerhand war der 58-Jährige dann zum persönlichen Vorstellungsgespräch geladen und ihm gleichsam gezielt von Hausnotruf-Chef Nesmeyan sowie einem weiteren HNR-Mitarbeiter auf den Zahn gefühlt worden.  „Harald Krings war hinsichtlich seines technischen Backgrounds in der Telekommunikation geradezu prädestiniert dazu, bei uns zu arbeiten“, erinnert sich der Abteilungskollege noch ganz genau. Außerdem sei gleich spürbar gewesen, dass er sehr gut ins Team passe. Hausnotruf-Chef Thomas Nesmeyan ließ sich gerne darauf ein, auch einmal neue Wege zu beschreiten. Bis zu diesem Zeitpunkt sei der Bundesfreiwilligendienst Ü27, im Gegensatz zum klassischen FSJ, nämlich innerhalb dieses Dienstes in Düsseldorf noch nicht Usus gewesen.

„Ich erinnere mich noch gut daran, wie überrascht ich damals war, als sich ein Mitarbeiter der Telekom bei mir vorstellte und nach einer offenen Stelle als BFD Ü27 anfragte“, erzählt HNR-Boss Nesmeyan.

Schnell habe er jedoch gemerkt, dass Harald alles mitbringen würde: Berufserfahrung, technisches Wissen und Erfahrung im kundenorientierten Beschwerdemanagement. “Doch vor allem Eigeninitiative“, zeigt sich Thomas Nesmeyan noch immer hoch zufrieden mit dem nicht mehr ganz so jugendlichen Bufdi.

 

Nachdem alles passte, startete das frischgebackene Hausnotruf-Teammitglied seinen Dienst dann am ersten Mai 2019. Seither ist Krings von montags bis freitags ab neun Uhr morgens im Einsatz und bearbeitet nach einer rund 14-tägigen Einarbeitungszeit durch Kollegin Marion Skorik nunmehr eigenständig bis zu fünf Aufträge täglich. Hierbei befasst sich der Bufdi neben Geräte-Anschlüssen und gelegentlich möglichen Störungen auch mit Stornos. „Wenn Kunden verstorben sind, muss schließlich alles wieder abgewickelt werden“, erzählt er.

 

Heute geht es jedoch zunächst einmal zu einem Neu-Anschluss. Eine Düsseldorferin hatte für ihre kürzlich gestürzte Mutter, welcher sie erst vor wenigen Wochen eine Senioren-gerechte Wohnung in Oberkassel besorgt und deren Umzug aus einem anderen Bundesland in die Nähe der restlichen Familie sie organisiert hatte, einen Hausnotruf bei den Maltesern geordert. Sobald die ältere Dame aus dem Krankenhaus kommt, soll alles perfekt funktionieren. Als Harald die modernen Räumlichkeiten des Neubaugebiets in guter Wohnlage betritt, empfängt die Tochter der Neu-Kundin ihn freundlich. In herzlich kommunikativer Manier erläutert der HNR-Bufdi der noch leicht verunsicherten Dame alles Wissenswerte rund um das neue Hausnotrufgerät, damit sie es später ihrer Mutter nahebringen kann. Dann schließt Krings es mit flinker Fingerfertigkeit an.

 

Die verschiedenen Durchlauf-Tests des Gerätes funktionieren wunderbar und jedes Mal melden sich nach der versuchsweisen Betätigung der Hausnotruftaste an Gerät und Armband zügig die Mitarbeiter der Hausnotrufzentrale gut verständlich zurück. Nach dem Ausfüllen aller erforderlichen Unterlagen zeigt sich die Kundschaft rundum zufrieden und Harald freut sich, einen weiteren Auftrag erfolgreich erledigt zu haben. Die Arbeit bei den Maltesern macht Harald noch immer riesigen Spaß und so hat er zur Freude seiner Kollegen auch schon jetzt beschlossen, nach Beendigung seines Bufdi-Jahres Ende April, künftig ab Mai auch weiterhin an zwei Tagen in der Woche auf Geringfügigen-Basis in der Abteilung Hausnotruf der Düsseldorfer Hilfsorganisation zu arbeiten. Einen Bundesfreiwilligendienst Ü 27 bei den Maltesern kann der 58-Jährige in jedem Fall allen Interessierten wärmstens empfehlen.

 

Infos unter: https://www.malteser.de/freiwilligendienste/bfd.html

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