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Malteser Düsseldorf

Positive Energie

106. Wohlfühlmorgen begeistert Gäste und Team

02.03.2020

Altstadt. „Das war ein besonderer Wohlfühlmorgen“, findet Hans Tophofen. Den Wellnesstag für wohnungslose und arme Menschen, den die Malteser bis zu sechs Mal jährlich in Kooperation mit dem St. Ursula Gymnasium in deren Räumlichkeiten an der Ritterstraße veranstalten, umgab jetzt ein ganz spezielles Flair. Die rund 300 Gäste, die ab 8.30 Uhr wie gewohnt gerne erschienen waren, um die schuleigenen Duschen zu nutzen, sich die Haare von einer Friseurin ordentlich schneiden oder sich von Allgemeinmediziner Dr. André Schumacher untersuchen zu lassen, waren jetzt bester Stimmung. Zum Frühstück gab es diesmal neben den üblichen Leckereien sogar jede Menge Fisch. Von Forelle über Lachs bis zum herzhaften Heringssalat war alles dabei. Trotz Corona- und Grippe-Problematik, welche das Land derzeit in Atem halten, ward der ausgesprochen guten Stimmung beim WFM keinerlei Abbruch getan. Sorgsamer Weise hatten die WFM-ler auch Info-Schilder zur Thematik an den Fenstern angebracht sowie für Desinfektionsspender für ihre Gäste gesorgt. Statt Virus schien sich die gute Laune der Anwesenden immer wieder zu übertragen.

So betonte beispielsweise Star-Konditormeister Heinz-Richard Heinemann, dass besonders schön sei, allenthalben „fröhliche Gesichter“ zu sehen. Der 62-jährige, eidgenössisch diplomierte Konditor- und Confiseurmeister sowie Chocolatier war mit einer Mission zum Wohlfühlmorgen gekommen: Als Mitglied des Kuratoriums der Schaffrath Stiftung für Soziales wollte Heinemann dem WFM-Team gerne einen Scheck in Höhe von 3000,- Euro übergeben. Grund: „Die Schaffrath Stiftung guckt immer nach Projekten, bei denen das Geld unmittelbar bei den Bedürftigen ankommt, d.h., solche bei denen wir keinen großen Overhead finanzieren“, erklärt Stiftungs-Pressesprecher Ralf Jüngermann. Es müsse klar sein, dass das Geld direkt bei jenen Menschen ankomme, welche es brauchten, fährt der Journalist fort und betont: „Das hat uns bei diesem Projekt am meisten überzeugt, denn wir wissen, dass es an vielen Stellen, wie man hier sieht, Not gibt. Diese muss gelindert werden.“ Das Unternehmer-Ehepaar Renate und Friedhelm Schaffrath hatte die Schaffrath Stiftung für Soziales seinerzeit gegründet, um soziale Projekte in der gesamten Region zu fördern. Pro Jahr werden hier mehrere förderungswürdige Konzepte unterstützt. Häufig gehe es dabei dann um Wohnungslose in allen möglichen Facetten, jedoch auch um Kinder, die in schwierigen Verhältnissen lebten, Spielplätze oder um alleinerziehende Mütter bis hin zur HIV-Küche. Alle vier bis sechs Monate tage das sechsköpfige Kuratorium und entscheide dann unter dem Vorsitz des Ehepaares Schaffrath im Rahmen eingegangener Anträge, die im Vorfeld geprüft worden seien, wohin finanzielle Zuwendungen flössen, beschreibt Heinz-Richard Heinemann die Vorgehensweise. Der Düsseldorfer, dem die Aufgabe oblag, die Scheckübergabe vor Ort vorzunehmen, zeigt sich vom Obdachlosen-Wellnesstag ganz angetan. „Mein Eindruck ist, dass der Wohlfühlmorgen unglaublich sympathisch ist, alles ist üppig vorhanden und unkompliziert. Besonders beeindruckt mich auch, dass für die Körperpflege gesorgt ist. Unten ist ein Friseur, das finde ich ganz toll. Alle sehen zufrieden und glücklich aus, diejenigen, die helfen, wie die, denen geholfen wird“, sagt der Konditormeister.

Neben Heinemann gab es beim WFM jedoch auch noch weiteren prominenten Besuch. Die FDP-Bundestagsabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann ließ es sich nach den begeisterten Erzählungen ihrer Kollegin, Dr. Christine Rachner, welche den Wohlfühlmorgen erst beim vorangegangenen Mal besucht hatte, nicht nehmen, jetzt selbst tatkräftig mitzuhelfen. „Mir gefällt es hier gut. Es ist traurig genug, dass es das geben muss, aber ich bin überrascht, wie viele kommen und wie gut es angenommen wird und wie nett, freundlich und höflich auch die sind, denen man das eine oder andere auf den Teller legt“, freut sich die engagierte Politikerin. Es gebe natürlich viele Einrichtungen, die etwas täten, in Bezug auf den WFM findet sie jedoch: „Das ist natürlich direkt an der Front.“ Überrascht sei sie davon, dass die Anzahl der Frauen steige, konstatiert Strack-Zimmermann. Diese Hilfe, wie heute, unmittelbar und direkt, sei gut. Ziel müsste es natürlich sein, so viel wie möglich von der Straße zu holen. „Es gibt ja das Projekt von Fifty Fifty “Housing first“, das finde ich sehr faszinierend, wo man Menschen die Gelegenheit gibt, eine Wohnung zu beziehen und so zu leben, wie sie selber wollen. Also, nicht immer das An-die-Hand-nehmen.“ Wenn es dadurch gelänge, Leute in eine kleine Wohnung zu bekommen, wo sie auch lernen würden, wieder Verantwortung zu übernehmen, sei das etwas, wo wir noch mehr machen könnten, findet Strack-Zimmermann., Bei der Essensausgabe hatte die Politikerin an diesem Tag über einen langen Zeitraum mitgeholfen und zeigte sich erstaunt über den Umstand, wie viele der bedürftigen Gäste sie aufgrund ihrer langjährigen politischen Arbeit kannten. „Wenn man viel Glück hatte im Leben, und dazu gehöre ich, ist wichtig, dass man sich dann auch einbringt, um nicht zu vergessen, dass es ein anderes Leben gibt.“

Neben dem prominenten Besuch gaben sich aber auch wieder zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus benachbarten Gliederungen die Ehre und kamen auf eine Stippvisite vorbei. So erschienen der Stadtbeauftragte aus Willich, Kurt Schumacher, samt Gattin Doris und Helfer Dietmar Vander. Auch Horst Tophofen, Stadtbeauftragter aus Meerbusch sowie Dietmar Servatius (ehm. Diensteleiter des Besuchs- und Begleitungsdienstes in Langenfeld) mit Kollegin Ulrike Schlebusch, welche vor Kurzem die Leitung des BBDs in Düsseldorf übernommen hat, wollten sich die Veranstaltung einmal aus nächster Nähe anschauen und halfen über den gesamten Zeitraum fleißig mit. Die stellvertretende Diözesanoberin aus Aachen, Marie-Christine Prinzessin von Merode, wollte sich ebenfalls informieren und zeigte sich begeistert vom Geschehen in Düsseldorf. „Das war mein erster Wohlfühlmorgen und ich bin ganz begeistert und fühle mich selbst wohl“, strahlt die gebürtige Bayerin. Im Mai 2019 war die 39-Jährige in Aachen ehrenamtlich für die Malteser berufen worden und arbeitet sich jetzt in die verschiedenen existierenden ehrenamtlichen Projekte ein. „Ich möchte die verschiedenen Stationen kennenlernen und sehen, wie es in den anderen Diözesen läuft, erfahren, wo eventuell der Schuh drückt und vielleicht auch Ideen für die eigene Diözese holen“, sagt die Mutter zweier Kinder. Am meisten hätten sie die fröhlichen Mitarbeiter und Gäste erstaunt, schwärmt die sympathische Aachenerin.

Und die rund 20 fleißigen Teammitglieder rund um das Koordinatoren-Duo Petra Odenweller und Hans Tophofen ziehen eine durchweg positive Bilanz im Hinblick auf den jüngsten Wohlfühlmorgen: Alles in allem eben ein WFM voller positiver Energie.

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