Navigation
Malteser Düsseldorf

Von der Selbstverständlichkeit des Helfens

Klaus Ringlebs Leben für die Malteser oder: Was die Motivation des ehrenamtlichen Handelns ausmacht

17.09.2020
Klaus Ringleb engagiert sich als Malteser ehrenamtlich in den Krisengebieten dieser Welt
Wenn er zu Hause ist, unterstützt er auch gerne die Kollegen aus dem Bereich Soziale Dienste und hilft beim Düsseldorfer Wohlfühlmorgen der Malteser

Friedrichstadt. Deutschlandweit engagieren sich über 50.000 freiwillige Helfer in unterschiedlichen Bereichen ehrenamtlich beim Malteser Hilfsdienst. Wenngleich der Leitspruch der 1953 gegründeten katholischen Hilfsorganisation auch „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ lautet, sind es dennoch immer wieder und ausschließlich die Menschen, welche jenes Motto mit Leben füllen. Einer von ihnen ist auch Klaus Ringleb. Der Ende September 1951 geborene Düsseldorfer ist das, was so mancher einen Helden nennen würde: Seit den 1980er-Jahren setzt sich der leidenschaftliche Malteser selbstlos in jedweden Katastrophengebieten dieser Welt für andere Menschen ein. Ob desaströse Erdbeben in Italien, dem Iran, in Montenegro und der Türkei sowie auf Haiti oder Flüchtlingskatastrophen in Somalia, Ruanda und Pakistan. Ob Dürreperiode und Hungersnot oder infrastruktureller Zusammenbruch: Auf Klaus ist Verlass. Immer wieder reist der Rheinländer, welcher bei den Maltesern zehn Jahre im Rang eines Zugführers stand, in Krisengebiete, um das zu tun, was für die Opfer in Not das Erforderlichste ist. „Es ist mir wichtig, den Betroffenen unmittelbar zu helfen“, erklärt der 68-Jährige sein jahrzehntelanges Engagement. Als Bereitschaftsführer leistete er den Menschen in Katastrophengebieten wertvolle Überlebens- sowie Wiederaufbauhilfe. Eigentlich war der frühere Ministrant ja einmal über die Pfarrjugend seiner Gemeinde zu den Maltesern gelangt. Als Jugendlicher nämlich, da sich im Alter zwischen 14 und 16 Jahren die Frage aufdrängte, ob sich nicht womöglich auch etwas Neues ausprobieren ließe, stellte die Möglichkeit, zunächst in die KJG (Katholische Junge Gemeinde) einzutreten, wo Funktionen wie die eines Fahnenträgers, Radtouren und Zeltlager angeboten wurden, eine willkommene Abwechslung dar. „Da, wo ich wohnte, wurde die Kirche bei kinderreichen Familien naturgemäß sogleich vorstellig“, erinnert sich der Bruder von vier weiteren Geschwistern, dessen Drang danach, etwas Besonderes zu tun, schon damals deutlich spürbar schien. Eines Tages sei dann jemand von den Maltesern bei jenen Jugendgruppen aufgetaucht, um die Werbetrommel für die Hilfsorganisation zu rühren. „Er wollte wissen, ob wir uns eigentlich schon einmal darüber Gedanken gemacht hätten, was wäre, wenn uns gerade jetzt, im stürmischen Alter, etwas passieren würde“, weiß Ringleb noch wie heute. Damals hätten die Teenager natürlich keck erwidert, dass ihnen schon nichts geschehen würde, doch daraufhin habe der clevere Malteser den Jugendlichen geradezu spielerisch verdeutlicht, wie schnell beim Entzünden eines Lagerfeuers etwas schieflaufen und man sich Verbrennungen zuziehen sowie wie leicht man sich beim Schnitzen mit einem Fahrtenmesser schneiden könne. „Ständig brachte er Beispiele, die unmittelbar mit unseren Aktivitäten innerhalb der Jugendgruppe zu tun hatten und da leuchtete uns irgendwann allen ein: Wir müssen einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren“, schmunzelt Klaus. Gesagt getan. Nach dem erfolgreichen Abschließen des Kurses 1967 lud der schlaue Malteser und damalige Gruppenführer die Eltern der stolzen Teenager sodann zu einem Gesprächsabend ein, um noch einmal resümierend zu erläutern, wie der Kurs genau abgelaufen war und wie gut sich die jungen Teilnehmer angestellt hatten. Geradezu wie nebenbei, fragte das Hilfsdienst-Mitglied die Eltern danach, ob es womöglich noch ein wenig Werbung für seine Organisation machen dürfe. „Gerne willigten die Erziehungsberechtigten ein und auf wundersame Weise hatte sich sodann zum Ende jenes Abends die komplette Jugendgruppe geschlossen als Mitglieder bei den Maltesern angemeldet“, lacht Ringleb. Jener Malteser habe geradezu auf spielerische Art und Weise Pfarreien abgeklappert und neue junge Leute rekrutiert, so seien ganze drei Gruppen, in Holthausen, Hassels und Benrath, der sogenannte “3. Sanitätszug Benrath“ entstanden, der für den Düsseldorfer Bereich nahezu als Vorzeigeobjekt gegolten hätte. Zu jener Zeit habe man allerdings noch nicht die Bezeichnung “Malteserjugend“ gekannt, sagt Ringleb. „Früher sprach man von “Gruppe“ oder “Trupp“. Schon kurze Zeit später seien dann auch Mädchen hinzugestoßen, welche eine eigene Gruppe bildeten und zu Schwesternhelferinnen ausgebildet wurden.

 

Ganz langsam seien die Kids dann von der Pike auf an das herangeführt worden, was das typische Malteser-Leben ausmachte: Sanitätsdienste. So zählten dann schnell regelmäßig kirchliche Veranstaltungen, Schützen- und Sportfeste sowie Martins- und Karnevalsumzüge zu den Events, auf denen sich der Maltesernachwuchs einsatzbedingt tummelte

 

 

 

„Zu Beginn durfte ich erst mal nur nebenherlaufen und zugucken, doch eigentlich möchte man am liebsten alles sofort machen“, schwelgt der 68-Jährige in Erinnerungen. Schließlich musste der damals noch blutjunge Malteser jedoch einsehen, dass man für bestimmte Tätigkeiten besondere Fähigkeiten und natürlich Qualifikationen benötigte.

 

„Nach dem Erste-Hilfe-Kurs wurde uns dann nahegelegt, einen Sanitätskurs zu belegen, denn nach erfolgreichem Abschluss war man offiziell dazu berechtigt, sich an Sanitätseinsätzen zu beteiligen“, erklärt Ringleb. Gekostet habe all dies nichts, man habe sogar noch Unterstützung hinsichtlich des nötigen Fahrgelds erhalten. Geprüft wurde dann sowohl schriftlich, mündlich und praktisch mit jeder Menge Fallbeispielen. „Es war sehr streng“, betont Klaus. Damals seien Ausbilder noch Respektspersonen gewesen, weiß er. Dann, im Jahre 1968, konnte Neu-Sanitäter Ringleb jedoch endlich eingesetzt werden, allerdings jeweils angepasst an die eigene Größe sowie Belastbarkeit.

 

Die Freude, die das neue Engagement gebracht habe, sei jedoch nicht der einzige positive Aspekt bei der ehrenamtlichen Arbeit gewesen. „Da waren auch Personen, die einem wohlgesonnen waren und Dir geholfen haben, um weiterzukommen“, erzählt der Malteser. Dennoch, und dies sei wichtig gewesen, hätten jene Unterstützer aber auch klar verdeutlicht, welche besondere Verantwortung die jeweilige Aufgabe bedeute und wie damit umzugehen sei. So seien seine Vorbilder stets Malteser wie Harald Reichenberger, ein fähiger Maschinist, Gruppen- und später Zugführer sowie Wilfried Daute, der seinerzeit stets im Düsseldorfer Schlossturm präsent gewesen sei und dem man immer hätte sein Herz ausschütten können, gewesen.

 

 

 

Mit der Zeit ist Klaus Ringleb aber sogar noch eine ganz andere Sache klar geworden: „Tue Gutes und Dir widerfährt Gutes“, ist er sich mittlerweile sicher.

 

Und dennoch stellt sich heraus, dass es eigentlich ein besonders tragisches Ereignis war, das den Ehrenamtler in seinem Wunsch, der Organisation dauerhaft treu zu bleiben, geradezu manifestiert hat: Während jener Zeit, als er gerade einen Sanitätskurs, den er als recht trocken empfindet, belegt, ereignet sich völlig unvermittelt ein Unfall, als der junge Klaus gerade dabei ist, Kirchenzeitungen auszutragen. Hiermit  verdient sich der damals 16-jährige Teenager ein wenig Taschengeld . „Ich bekam mit, wie eine junge Mutter mit zwei Kindern aus einem Taxi stieg“, erinnert er sich noch immer detailgetreu. „Ein Kind im Kindergartenalter reißt sich von der Mutter los, läuft auf die Straße. Das Kleine wird von einem herannahenden Auto erfasst“, schildert Ringleb noch heute sehr bewegt. Auf der Stelle ist das Kind tot, liegt regungslos in einer Blutlache. „Den Schrei habe ich noch heute in den Ohren“, sagt Klaus. Dies sei ein einschneidendes Erlebnis und von da an klarer denn je gewesen: „Ich wollte helfen können.“

 

 

 

Mit zunehmendem Alter wurden auch die Anforderungen und Aufgaben für Klaus in der Organisation größer. Viele Veranstaltungen, auf welchen Sanitätsdienste zu verrichten waren, Gruppenabende, Dienstpläne schreiben, Übungen. Da zeitgleich auch der Stress in der Schule anstieg und Abschlussprüfungen anstanden, gab es jetzt auch schon mal einen erhobenen Zeigefinder sowie warnende Worte von seinen Eltern: „Denk daran, Du musst auch lernen und einen vernünftigen Schulabschluss sowie eine Lehre machen“ hätten sie ihm ob der zeitlich aufwendigen Malteser-Aktivitäten oft ins Gewissen geredet.

 

„Es gab ja oft Einsätze und die Leistungen waren bei mir dadurch nicht die besten“, gibt der Malteser, der es vom Sanitäter und Pflegediensthelfer sowie Funker über den Gruppen- sowie stellvertretenden Zugführer bis zum Zugführer und Bereitschaftsführer gebracht hatte, heute offen zu. Aber dennoch ließ sich Ringleb nicht von der ihm so wichtigen Freizeitaktivität abbringen. Und mit dem Fachoberschulabschluss sowie der Ausbildung zum Fernmeldetechniker hat es dann trotz des zweitaufwändigen, fleißigen, ehrenamtlichen Engagements ebenfalls hervorragend geklappt.

 

 

 

Auf die Frage, welche Veränderungen sich in den vielen Jahren seines Einsatzes für die Hilfsorganisation im Vergleich zu früher ergeben hätten, antwortet der Malteser: „Heute muss man die meisten Aufgaben der Malteser als Dienstleistung betrachten, die nicht mehr nur sozusagen für Gottes Lob erbracht werden können.“ Etwas anderes seien die rein sozialen Aspekte der Hilfsbereitschaft, wie beispielsweise bei unvorhergesehenen Ereignissen. „Das haben wir ja 2015 während der europäischen Flüchtlingskrise erlebt, wobei wir es ja eigentlich täglich weltweit dort erfahren, wo es brenzlig wird.“ Für solche Ereignisse Helfer zu aktivieren, sei einfacher als eine Kampagne zu starten, in welcher um ehrenamtliche Mitarbeiter in einer Hilfsorganisation gebuhlt werde und wo ein Spektrum von A bis Z zu bearbeiten sei“, findet Ringleb. „Spätestens dann, wenn Kontinuität, Zuverlässigkeit und häufige Präsenz gefordert werden, kommt häufig der Spruch, `So habe ich mir das nicht vorgestellt, ich helfe gerne ab und zu, aber das möchte ich nicht dauerhaft´“, weiß Klaus. Der unüberschaubare Zeitraum sei für viele heute das K.O.-Kriterium und dies stelle auch die Problematik für Organisationen dar, neue Ehrenamtler zu rekrutieren. Die Gründe für die fehlende Bereitschaft, sich dauerhaft zu binden, im Gegensatz zur Situation in den 1960-er Jahren, sieht der frühere Zugführer in einem Zusammenspiel.

 

„Es hat sich hauptsächlich einiges innerhalb der Gesellschaft verändert“, konstatiert Klaus Ringleb. Der gesamte Tagesablauf der Menschen, die Freizeitgestaltung und die Vielseitigkeit der Unterhaltungsmöglichkeiten hätten dazu geführt, dass sich mehr und mehr in die Isolation sowie stärkere Ich-Bezogenheit begeben würde. Fast habe man den Eindruck, dass immer häufiger Gedanken vorherrschten wie, „Wie kann ich noch mehr Arbeit schinden, wie noch mehr Wohlstand erreichen sowie schöne Urlaube verbringen und meinem Hobby frönen“. „Mitnehmen wollen, ja, aber, dass man auch mal etwas gibt, anderen etwas zuteilwerden lässt, dass wird immer schwieriger“, bedauert der 68-Jährige.

 

 

 

Für Ringleb, der selbst in einer gänzlich anderen Zeit groß und geprägt worden war, lag es wie selbstverständlich auf der Hand, sich dauerhaft für den Einsatz am Menschen zu verpflichten. Und so scheint es auch kaum verwunderlich, dass der Düsseldorfer sich seit nunmehr rund vier Dekaden in den Katastrophengebieten dieser Welt unter oftmals gefährlichsten Bedingungen für die eigene körperliche Unversehrtheit für Menschen einsetzt, die sich in größter Not befinden.

 

So lockte beispielsweise einst Vietnam: „Ich hatte gerade meine Ausbildung als Fernmelde- und Elektrotechniker bei der Deutschen Bundespost gemacht und für den Einsatz in Vietnam wurde ein Funker und Elektriker gesucht, der dann von Hanoi aus mit dem Kölner Generalsekretariat der Malteser in Deutschland Kontakt aufnimmt“, erzählt Klaus. „Das ist doch was“, habe er damals begeistert gedacht, jedoch sei er am Ende viel zu jung gewesen. Es habe geheißen, dass er nicht infrage komme. Tatsächlich habe man nämlich einen Maschinenbau-Ingenieur gesucht, welcher die anderen Dinge quasi noch nebenbei erledigen sollte.

 

Trotz anfänglicher Enttäuschung bleibt der zwischenzeitlich mit den Hufen scharrende Ringleb den Maltesern treu und seine Chance, sich auf herausfordernde Auslandsaufenthalte im Sinne der humanitären Hilfe zu begeben, soll noch kommen.

 

1980 kommt es in Montenegro zu einem Erdbeben. Klaus, der zuvor spezielle Schulungen durchläuft und eine Qualifikation für Trinkwasseraufbereitung erwirbt, ist endlich im Einsatz vor Ort.

 

Es folgen entsprechende Aufenthalte in Somalia, Pakistan, Ruanda, der Türkei sowie auf Haiti. Auf die Frage, was typischerweise an konkreten Aufgaben anfiel, antwortet der Malteser, „Auf Haiti mussten für die bereits tätigen Mediziner und Pflegekräfte, die täglich unermüdlich zwischen zwölf und 14  Stunden Erdbebenopfer versorgten, vernünftige sanitäre Einrichtungen und menschwürdige Unterkünfte geschaffen werden. Bis zu unserem Eintreffen waren sie nämlich dazu angehalten gewesen, in herkömmlichen Campingzelten zu nächtigten, Zeltwand an Zeltwand mit den notdürftig versorgten Erdbebenopfern. Nach deren traumatischen Erlebnissen und aufgrund der zahlreichen davongetragenen Verletzungen schrien diese regelmäßig auch die Nacht hindurch. An vernünftigen Schlaf war für das medizinische Personal somit nicht zu denken“, weiß Klaus Ringleb noch wie heute. Weil die Situation zu eskalieren drohte, habe in Kooperation mit dem Grundstücksbesitzer, dem kanadischen Militär sowie UN-Soldaten aus Sri Lanka zügig eine Lösung gefunden werden müssen. Das Ende vom Lied: Es wurden sowohl ein vernünftiges Camp als auch solide Latrinen sowie Duschgelegenheiten geschaffen.

 

Nach dem, was er schon alles gesehen hat, kann ihn da noch etwas schocken? „Mich schockt immer dann etwas, wenn Kinder betroffen sind, wenn ich Schlimmes sehe“, sagt Ringleb. 1994 habe er in Ruanda einmal ein kleines Kind auf dem Arm gehabt. Am nächsten Tag sei es tot gewesen, erinnert er sich.

 

Abgesehen davon, habe es ihm in Ruanda mit all seinen Teeplantagen landschaftlich sehr gut gefallen, konstatiert der Malteser.

 

In Somalia, wo Klaus ebenfalls für Wasseraufbereitung zuständig war, sei der Aufenthalt ungleich härter gewesen. „Ich war sechs Wochen dort und als ich zurückkam, sagte meine Frau, ich sähe aus wie ein Strich“, erzählt der 68-Jährige. Wir haben da ein Camp aufgebaut und uns auch selbst versorgt. Ich habe noch die Bilder von vielen verwesten afrikanischen Rindern und anderen Tieren vor Augen. Auch menschliche Körper, die verwesten“, schildert Ringleb. Alles wegen einer Dürrekatastrophe und damit verbundenem Wassermangel. Auch dort ist es die Aufgabe von Klaus Ringleb, der zwischenzeitlich auch als Teamleiter tätig ist, sowie die seiner Kollegen, die Trink- und Wasserversorgung sicherzustellen.

 

Bei seinen Auslandsaufenthalten fängt sich der tapfere Klaus sogar einmal einen üblen Schmarotzer ein: Ein Parasit namens “Sandfloh“ wird zu seinem unliebsamen Begleiter. „Das ist wie eine Zecke“, erinnert sich Ringleb noch mit Schaudern. Trotz geschlossenen Schuhwerks konnte sich der winzige Übeltäter am Fuß des Maltesers festsetzen. „Abends, zurück im Camp, bemerkte ich nur einen stechenden Schmerz unmittelbar vor der Ferse“ sagt Klaus. Dann sei es ein einheimischer Koch gewesen, der ihn darüber aufgeklärt habe, worum es sich handele. Als der Speisenbereiter dann jedoch sogleich dazu ansetzen will, das blutsaugende Insekt aus Klaus` Fuß zu schneiden, zeigt der sich zunächst leicht erschrocken. Um den nicht ungefährlichen Plagegeist schnell loszuwerden, bleibt dem Malteser jedoch kaum eine andere Wahl und so lässt er den Koch gewähren, der seine Sache sodann auch erstaunlich gut macht.

 

 

 

Auf die Frage, ob er denn niemals Angst gehabt habe, mir nichts, dir nichts in ferne Länder zu reisen, in denen womöglich unbekannte Gefahren lauern könnten, antwortet der Ehrenamtler: „Grundsätzlich nicht, denn die Angst wurde mir genommen, weil ich durch die Malteser immer Rückendeckung hatte.“ Ein Vorgesetzter habe immer gesagt, „Macht euch keine Sorgen, ich bin für Euch verantwortlich, ihr kommt wieder heil nach Hause“. Auch seien alle Einsätze im Hinblick auf  Sicherheit und Haftung stets gut vorbereitet gewesen. „Wenn etwas passiert wäre, wären die Mitreisenden versichert gewesen“, beteuert Klaus. Außerdem hätten auch die entsprechenden Schulungen ihm Sicherheit gegeben. „Man ist mit dem Aufgabengebiet so voll eingebunden, dass man sich da gar nicht so große Gedanken drüber macht. Die eigene Sicherheit und Unversehrtheit haben oberste  Priorität, also keine Einsätze für abenteuerlustige Hobby-Malteser“, erzählt der Ehrenamtler schmunzelnd. Am Ende ist jedoch ganze zwei Mal etwas passiert: Neben der Sache mit dem Sandfloh wurde dem Malteser auch mal ein Getränk zum schmerzhaften Verhängnis.

 

 

 

Beim Einsatz in Somalia soll Ringleb einen mannshohen und wackelnden Kühlschrank gerade ausrichten. Zum dumm nur, dass auf dem Schrank, kaum einsehbar, ein 20-Liter-Kübel voll heißem Tee abgestellt worden war. Es kommt wie es kommen muss. Klaus bekommt die volle Ladung ab und ist verbrüht. „Eine auf Verbrennungen spezialisierte Krankenschwester im Nachbarcamp einer französischen Hilfsorganisation hat mich vorbildlich versorgt“, schwelgt Ringleb in Erinnerungen. Den Schmerz zu überwinden, schafft der Malteser jedoch vor allem aufgrund des Ratschlags eines erfahrenen Maltesers. Dieser hatte nämlich im Vorfeld der Reise stets dazu aufgefordert, „idealerweise spannende Lektüre mitzunehmen, um vor Ort auch mal abschalten und vor allem abends einschlafen zu können“, weiß Ringleb noch ganz genau. Zum Glück hatte der kluge Klaus den Tipp beherzigt und ein Buch über die Unabhängigkeit Jugoslawiens dabei. „Das war sehr spannend geschrieben und so hat es mir bei den großen Schmerzen, die ich hatte, sehr geholfen“, ist sich der Malteser sicher.

 

 

 

Im Zuge seiner Einsätze verschlägt es den Ehrenamtler auch zum Wiederaufbau nach Jugoslawien, nach einem Erdbeben 1990 in den Iran, um im Gebirge Einheimische anzulernen, zwischendurch, während des Sechstagekriegs, über das Postministerium nach Tel Aviv in Israel, und weil es notwendig wird, fährt Klaus mal eben einen LKW von Deutschland nach Damaskus in Syrien. In Pakistan bringt Ringleb, von einem dort ansässigen Honorarkonsul vorgeschlagen, sogar ein rollendes „Milchkuh-Projekt“ auf den Weg. Die Idee: In dortigen Flüchtlingslagern sollen deutsche Milchwagen ihre Runden fahren, damit die Menschen Milch zu trinken bekommen.

 

Eine Firma aus dem Emsland, spezialisiert auf Milchtankfahrzeuge, fertigt seinerzeit zwei Mal  Ein-Achs-Hänger mit jeweils 5000 Liter-Tank, die neben etlichen weiteren Hilfsgütern per Luftfracht von der Bundeswehr nach Pakistan geflogen werden. Auch, wenn die dortigen Behörden und Vertreter des UNHCR anfänglich starke Bedenken haben, kann Ringleb, von einer Ernährungswissenschaftlerin und einem verhandlungssicheren Mitarbeiter der Deutschen Botschaft begleitet, das Pilotprojekt "Rollende Milchkuh" erfolgreich an den Start bringen. Über den erfolgreichen Abschluss des Projekts sind die zuständigen Entscheider am Ende sichtlich erstaunt und Klaus Ringleb freut es. „Wer Milch wollte, bekam sie, vorrangig natürlich Kinder, musste sich im Gegenzug jedoch impfen lassen“, berichtet Klaus nach wie vor begeistert.

 

Der damalige Einsatz um die Weihnachtszeit herum habe keine 14 Tage angedauert und so konnte der fleißige Klaus zur Freude der Gattin am Heiligen Abend überraschender Weise auch schon wieder im heimischen Wohnzimmer sitzen.

 

 

 

Klaus Ringleb führt ein Leben, das ihn immer wieder in die Krisengebiete dieser Erde führt, doch die Hilfe, die er leistet, ist für den freiwilligen Helfer Ehrensache. Menschen Unterstützung zu geben, die, wo auch immer in der Welt, in Not sind, ist Klaus ein persönliches Anliegen.

 

 

 

„Es gab viele Turbulenzen, aber auch viele schöne Zeiten“, strahlt der stets gutgelaunte Malteser.

 

Wir wünschen dem Ehrenamtler auch weiterhin für alle Unternehmungen sowie für das Privatleben alles erdenklich Gute. Denn, dank Menschen wie Klaus wird der Leitspruch der Malteser, „Weil Nähe zählt“ immer wieder auf ganz besondere Weise mit Leben erfüllt.

 

 

 

Notfallsanitäter Bewerbung

Weitere Informationen

Allgemein

Wohlfühlmorgen

Die nächsten Termine

Jahr 2020:

29.02.2020
28.11.2020 (vorbehaltlich Corona-Schutzverordnung)

 

 

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE90 3706 0120 1201 2101 15  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7