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Malteser Düsseldorf

Malteser Arzt appelliert an Retter und Pfleger:

„Lassen Sie sich impfen! Es geht um die Schutzwirkung in unserer Gesellschaft.“

05.02.2021
Die Impfung ist von immenser Bedeutung (Foto: Sonja Schweiger)

Düsseldorf.  Der ärztliche Berater des Malteser-Pandemiestabes in NRW und Notfallmediziner, Prof. Dr. med. Frank Marx, hat alle Mitarbeitenden im Rettungs- oder Pflegedienst sowie andere Malteser im hautnahen Kontakt mit anderen Menschen aufgefordert, sich impfen zu lassen. Es gehe dabei um die Frage nach der Solidarität mit den anderen Menschen.

„Ich bin noch nicht an der Reihe“, sagt Prof. Dr. Marx. „Aber wenn es soweit ist, lasse ich mich auf jeden Fall impfen.“ Das stehe für ihn außer Frage. „Ich bin überzeugt davon, dass die Impfstoffe wirken und uns helfen, die Pandemie zu bekämpfen.“ Je mehr Menschen geimpft würden, desto größer sei die Schutzwirkung in der Gesellschaft. „Unser Bestreben als Gesellschaft muss sein, so viele Menschen wie möglich in kurzer Zeit zu impfen, damit wir in der Lage sind, unsere derzeitigen Beschränkungen im Umgang zu reduzieren.“

Er könne verstehen, dass auch Menschen um ihre Gesundheit fürchten, wenn sie sich impfen ließen. Aber inzwischen zeigten Millionen Geimpfter weltweit, dass sie die Impfung gut vertrügen und Antikörper aufbauten. „Und mir ist bei uns in Deutschland auch kein einziger Fall bekannt, bei dem gravierende, lebensbedrohliche Nebenwirkungen auftraten“, sagt Marx.

Infektionswelle breche

Marx betont: „Und wir müssen wirklich verstehen: Nur wenn der überwiegende Teil unserer Bevölkerung geimpft wird, können wir die Infektionswelle zusammenbrechen lassen.“ Das sei wichtig.  Er sei auch überzeugt, dass dies ein gesellschaftlicher Auftrag sei.  Marx weiter: „Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, davon zeugt, ob sich jemand mit den anderen solidarisch zeigt.“ Aber eine Impfpflicht, wie sie mancher Zeitgenosse fordere, lehne er ab. „Jeder entscheidet selbst, ob er sich impfen lassen will. Impfzwang darf es nicht geben. Skeptiker zu überzeugen, ist der richtige Weg.“

Impfung ist Geschenk an die Gesundheit

Er empfehle dringend, das Angebot einer Impfung anzunehmen. Aus seiner Sicht sei die Impfung ein Geschenk an unsere Gesundheit. Die möglichen Risiken seien im Vergleich zu einer Covid-19-Erkrankung verschwindend gering Marx: „Wir haben seit Jahrzehnten große Erfahrungen mit dem Erfolg von Impfungen. Wenn wir die Impfungen gegen Röteln, Masern, Diphterie, Leberentzündung, infektiöse Hirnhautentzündung, Tetanus oder Mumps nehmen, so sind das gute Beispiele dafür, dass wir diese Krankheiten, Tote und dauerhaft Geschädigte erfolgreich bekämpfen konnten. Nehmen wir das Beispiel der Pocken: Sie gelten inzwischen als besiegt.“ Die Geschichte der Impfungen sei eine Erfolgsgeschichte in Deutschland.“

Befürchtungen unbegründet

Die Menschen, die sich sorgen, die Impfung könne ihnen schaden, könne er beruhigen. Weltweit seien inzwischen Millionen Menschen geimpft worden. In extrem wenigen Fällen habe es Zwischenfälle wie allergische Reaktionen oder Entzündungen an der Einstichstelle gegeben. „Die prinzipiell möglichen allergischen Reaktionen sind der Grund dafür, dass die Geimpften direkt nach der Impfung eine halbe Stunde im Impfzentrum verbleiben sollen.“ Zu möglichen Spätfolgen gäbe es noch keine Erfahrung. „Die Sorge an Krebs zu erkranken oder neurologische Schäden zu erleiden halte ich allerdings für unbegründet. Es gibt keine wissenschaftlichen Ansätze für mögliche Schadenszenarien.

Neues Impfverfahren

Es werde eine neue Art Impfung angewandt. Marx: „Bei vielen Impfungen werden abgetötete oder abgeschwächte Erreger in den Körper eingebracht.“ Das Immunsystem reagiere dann mit einer Abwehrreaktion auf diesen Reiz. Es bilde Antikörper gegen den Erreger, die auch krankmachende Erregerarten abtöteten. Beim neuen Impfstoff gegen die Covid-19 – Erkrankung sei es etwas anders. „Hier wird eine Messenger-RNA – eingebracht, also ein Botenstoff, der aus der Zelle selbst kommt. Aber dieser Impfstoff dringt gar nicht in den Zellkern ein und die DNA des Menschen kann deshalb nicht verändert werden. Dies ist bewiesen.“ Wenn es gelegentlich zu Rötungen und Entzündungen an der Einstichstelle komme oder man sich schlapp fühle, sei das sogar ein gutes Zeichen. Marx: „Es zeigt an, dass die Impfung wirkt und eine Reaktion im Körper hervorruft. Es werden dann nämlich Antikörper gebildet.“

Impfkritiker, die sagen, RNA-Impfungen können zu Mutationen in unserem Erbgut führen, können unbesorgt sein. Marx:  „Der Impfstoff, der eine „Botschaft“ des Erregers in Form einer „messenger-RNA“ enthält, dringt zwar in den Körper ein und bewirkt eine Auseinandersetzung in Form einer Antikörperwirkung. Die Messenger-RNA kann aber nicht in den Zellkern eindringen. Daher ist grundsätzlich eine Veränderung des Erbgutes ausgeschlossen.“ Die Messenger- RNA sei ein Stoff, der aus dem Zellkern ausgeschleust und nicht eingeschleust werde. „Es handelt sich so gesehen um eine Einbahnstraße, die den Körper schützt“, sagt Marx.

Retter und Pfleger sind systemrelevant

An diejenigen gewandt, die gewissen Neid empfinden, wenn Malteser und andere Beschäftigte im Gesundheitsdienst frühzeitig geimpft werden, sie selbst aber noch nicht, sagt Marx: „Die Coronavirus-Impfverordnung legt eine Reihenfolge fest, wie geimpft werden soll. Da sind die sehr alten Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben, an erster Stelle zu nennen.“  Und dann gäbe es die Mitarbeiter der Krankenhäuser und aus dem Rettungsdienst, die mit Kranken ganz hautnah zusammenkommen. „Hier sehe ich eine besonders wichtige Gruppe, die wir schützen müssen“, sagt Marx. „Wenn sie ausfallen, funktioniert das Gesundheitssystem nicht mehr.“ Und im dritten Schritt kämen andere Gruppen.

Marx: „Ich bin sicher, dass trotz der anfänglichen Anlaufschwierigkeiten in den kommenden Monaten ganz viele Menschen in Deutschland geimpft werden können.“ Und damit könnten dann zunehmend die Beschränkungen des Alltags, die wir im Moment erlebten, wieder aufgehoben werden.

 

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